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Asbest

Asbestdach (Foto: Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz)
Asbestdach (Foto: Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz)

Asbest ist ein faserförmiges, natürlich vorkommendes Mineral. Sind die Fasern frei oder nur schwach mit dem Trägermaterial verbunden, sodass sie leicht an die Umgebung abgegeben werden können, so spricht man von schwachgebundenem Asbest. Fest mit dem restlichen Material verbundene Asbestfasern, z.B. Asbestzement, wird als stark gebundener Asbest bezeichnet.

Bewertung, Sanierung und Entsorgung

Häufig ist es schwierig zu erkennen, ob Dächer, Platten, Fliesen, Leitungen, Rohre  oder weiteres Material Asbest enthalten, da sie optisch sehr ähnlich den Produkten sind, die kein Asbest enthalten. Ein wichtiger Hinweis ist dabei jedoch stets das Alter des Gebäudes, da seit 1994 in Italien die Verwendung von Asbest verboten ist. Gebäude, welche nach 1994 neu gebaut oder komplett saniert wurden, enthalten keine Asbestmaterialien mehr. Bestehen Zweifel darüber, ob es sich um ein asbesthaltiges Material handelt oder nicht, sollte ein Experte hinzugezogen und eventuell eine Materialprobe zur Laboranalyse entnommen werden. Auskünfte über Firmen, die Untersuchungen, Analysen oder Risikobewertungen von Asbestmaterialien durchführen, erteilen die Sektion für Umweltmedizin des Südtiroler Sanitätsbetriebes (0471/439211) oder das Amt für Luft und Lärm (0471/411820).

Asbest in Gebäuden bleibt für den Menschen bei unterbleibender mechanischer Bearbeitung und in intakter Form ungefährlich. Aus diesem Grunde sollten Asbestmaterialien weder bearbeitet, zersägt oder durchbohrt werden. Wird das Material jedoch beschädigt, etwa durch Abnutzung, durch atmosphärische Einflüsse oder falsche Handhabung, können Fasern freigesetzt und somit die menschliche Gesundheit gefährdet werden.

Folgend finden Sie Auskünfte bezüglich der in der Provinz Bozen geltenden Verfahren, für die Meldung von Asbestmaterialien und für die Bewertung der Gefährlichkeit von asbesthaltigen Dächern. Die Sanierung und Entsorgung von asbesthaltigen Materialien darf ausschließlich von ermächtigten Firmen durchgeführt werden.

Asbest in Häusern

Die nachfolgenden Abbildungen zeigen typische asbesthaltige Produkte und Baumaterialien, mit welchen die Bevölkerung in der häuslichen Umgebung vornehmlich in Kontakt kommen könnte.

  • Abb. 1: Wärmedämmplatte aus schwachgebundenem Asbestkarton. Zu finden vor allem in der Nähe von Heizkörpern und Öfen. Manchmal verdeckt eine Aluminiumplatte oder ähnliches die eigentliche Asbestplatte. Da es sich um schwachgebundenen Asbest handelt, können durch geringe Einwirkungen Asbestfasern an die Umgebung abgegeben werden. Platten aus Asbestkarton sollten unverzüglich von einer ermächtigten Firma entfernt werden.
  • Abb. 2: Böden aus Vinyl-Asbest. Asbestvinylböden sind dadurch zu erkennen, dass es sich um quadratische, starre, nicht biegsame Kacheln mit einer maximalen Größe von 30x30 cm handelt. Im normalen Gebrauch ist dieses Material nicht gefährlich, auch wenn eine geringe Menge an Asbest enthalten ist. Allerdings darf es nicht gebrochen oder zerbröckelt  werden. Diese Böden sind nicht zu verwechseln mit Linoleumboden, der in biegsamen Rollen angeboten wird und kein Asbest enthält. 
  • Abb. 3: Balkonplatten aus Asbestzement. Können verschiedenartig bemalt sein. Solange die Platten intakt sind und keine Bruchstellen aufweisen, besteht keine Gefahr.
  • Abb. 4: Dach aus Asbestzement: Aufgrund ihres Alters sind die Dächer häufig mit einzelnen Moosen bedeckt. Zur Beurteilung der Sanierungsbedürftigkeit eines Asbestzementdaches muss der folgende Bewertungsbogen herangezogen werden.
  • Abb. 5: Dach eines alten Holzschuppens mit flachen, rhombischen Kacheln aus Asbestzement. Zur Beurteilung der Sanierungsbedürftigkeit eines Asbestzementdaches muss der folgende Bewertungsbogen herangezogen werden.