Leise lernen – gemeinsam aufmerksam | Bildungsspiel
Hintergrundinfo
Lärm entsteht im Schulalltag häufig nebenbei: durch Gespräche, Bewegungen, Stühle, Gruppenarbeit oder durch die Raumakustik selbst. Für Erwachsene wirken kurze laute Phasen häufig unproblematisch, für Kinder jedoch stellen sie eine größere Herausforderung dar. Ihr Hör- und Sprachverstehen befindet sich noch in der Entwicklung, weshalb sie deutlich mehr akustische Klarheit benötigen, um Sprache sicher zu erfassen, Aufgaben zu verstehen und konzentriert zu arbeiten.
Gleichzeitig erleben Kinder Lärm sehr unterschiedlich: Was für das eine Kind kaum störend ist, kann für das andere belastend sein. Viele Geräusche werden nicht bewusst wahrgenommen – trotzdem beeinflussen sie Aufmerksamkeit, Arbeitsverhalten und das Klassenklima. Ein wichtiger Schritt zu einem bewussteren Umgang mit Lärm ist daher, dass Kinder lernen, Geräusche wahrzunehmen, einzuordnen und mit positiven Verhaltensweisen zu verknüpfen.
Das Spiel „Leise lernen – gemeinsam aufmerksam“ setzt genau hier an: Es macht Lärmquellen und ruhige Verhaltensweisen sichtbar, indem die Kinder typische Situationen aus ihrem Lernalltag auswählen, benennen und kreativ darstellen. Dadurch werden Geräusche und ihre Auswirkungen konkret erfahrbar. Diese aktive Auseinandersetzung erleichtert es den Kindern, Zusammenhänge zwischen Verhalten und Lautstärke zu erkennen und eine gemeinsame Vorstellung davon zu entwickeln, was zu einer ruhigen Lernumgebung beiträgt.
Ziel
Die Schülerinnen und Schüler setzen sich spielerisch damit auseinander, wie ein ruhiges Lernumfeld entsteht und wie man dieses gemeinsam gestaltet.
Programm
Die Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich aktiv mit Geräuschen und Lärm im Klassenzimmer. Sie betrachten Szenen aus ihrem Schulalltag, wählen typische Situationen aus und überlegen, welche Geräusche sie als störend oder angenehm empfinden. In Kleingruppen setzen sie diese Situationen kreativ um: Sie stellen Begriffe pantomimisch dar, zeichnen sie oder beschreiben sie verbal, während die Mitschülerinnen und Mitschüler raten. Dabei erleben sie direkt, wie Lärm entsteht, wie er wahrgenommen wird und welche Auswirkungen er auf Aufmerksamkeit und Zusammenarbeit haben kann.
Abschließend reflektieren die Kinder gemeinsam, welche Situationen besonders wichtig sind und wie sie selbst zu einer ruhigen und angenehmen Lernumgebung beitragen können. So wird das Bewusstsein für Lärm und Ruhe spielerisch gestärkt, ohne dass die Lehrperson vorgibt, was „richtig“ oder „falsch“ ist.
Zielgruppe
1. – 5. Klassen der Grundschulen
Voraussetzungen
- Bild mit Alltagsszenen rund um Lärm und Ruhe in der Klasse (Download-Vorlage)
- Leere Kärtchen für die Begriffe der Kinder (Download-Vorlage)
- Stifte
- Stoppuhr oder Timer
- Tafel oder Pinnwand für Präsentationen
- Optional: zusätzliche Blätter für Zeichnungen oder Notizen
Sprache
Deutsch, Italienisch
Dauer
Ungefähr eine Schulstunde
Zeitraum
Nach dem Ermessen der Lehrperson
Anmeldung
Keine erforderlich